Während der COVID-19-Pandemie stand die Welt still – und viele Seen wurden messbar klarer. Eine globale Studie zeigt: Die Lockdowns mit weniger Industrie, Verkehr und Freizeitaktivitäten liessen die Wassertrübung in Seen weltweit abrupt sinken, vor allem in Uferregionen und Flussmündungen.
Isotopenmarker zum Aufschlüsseln von Nahrungsnetzen und deren Veränderung nutzen sowie Wege und Anreicherung von Schadstoffen in Wasserorganismen verfolgen – gleich für zwei spannende und thematisch sehr aktuelle Doktorarbeiten wurde 2025 der Otto-Jaag-Gewässerschutzpreis verliehen.
James Runnalls, Softwareingenieur am Wasserforschungsinstitut Eawag, erhält Nationalen Preis für offene Forschungsdaten (Open Research Data ORD) für die Entwicklung der interaktiven Online-Plattform alplakes zur Beobachtung und Vorhersage alpiner Seen.
Über die Klimageschichte der Grossregion Tibet-Himalaya ist erstaunlich wenig bekannt. Für Prognosen, wie der dortige Wasserkreislauf vom Klimawandel verändert wird, wäre das aber dringend. Im Sediment des tibetischen Nam Co Sees gespeicherte Informationen sollen jetzt neue Rückschlüsse erlauben. Ein Video stellt das Projekt vor.
Ein plötzlicher Temperatursturz im Genfer Seebecken über das Pfingstwochenende lässt Badende frösteln: Innerhalb weniger Tage fiel die Wassertemperatur in der Nähe der Stadt Genf an der Oberfläche um rund 8 Grad. Verantwortlich ist ein Naturphänomen, das sich eindrucksvoll auf der Plattform Alplakes beobachten lässt.
Die Energiewende setzt den Gewässern zu. Der Eawag Infotag, der heute in Luzern stattfindet, beschäftigt sich daher mit der Rolle des Wassers in der Energiewende. Christian Stamm, stellvertretender Direktor der Eawag, erklärt, wo die Probleme liegen und wie die Eawag dazu beiträgt, Lösungen zu finden.
Um die Ausbreitung der invasiven Quaggamuschel einzudämmen, empfehlen Forschende der Eawag rasch zu handeln und dabei auf flächendeckende Prävention, Früherkennung und Eindämmung zu setzen.
Eine neue Studie stellt fest, dass der Zusammenhang zwischen Biodiversität und Armut von der Kolonialgeschichte und nicht von der Natur selbst geprägt wurde – und argumentiert, dass Naturschutz, der auf der gegenteiligen Annahme aufbaut, Gefahr läuft, dieses koloniale Muster zu wiederholen.
Giftige Blaualgenteppiche gefährden weltweit die Ökosysteme der Seen und können für badenden Menschen und Tiere toxisch sein. Wann und wo sich solche Algenblüten bilden, lässt sich heute nur ungefähr vorhersagen – anhand der Wassertemperatur und des Nährstoffgehalts. Nun zeigt eine Langzeitstudie von Eawag-Forschenden: Blaualgen-Anhäufungen hängen entscheidend von anderen Planktonarten im See ab. Manche Organismen fördern Blaualgenblüten, andere können sie selbst bei günstigen Umweltbedingungen verhindern.