Der Gletscherrückgang verändert unsere Landschaften und lässt Tausende neuer Seen entstehen, die anschliessend von Pflanzen und Tieren besiedelt werden. In diesen Freiluftlaboren können Forschende beobachten, wie aus einer nahezu lebensleeren, mineralischen Umgebung nach und nach komplexe Ökosysteme mit vielfältigen Nahrungsnetzen entstehen – ein Prozess, der als ökologische Sukzession bezeichnet wird. Während die physikalischen Auswirkungen des Gletscherrückgangs bereits gut erforscht sind, ist weitaus weniger darüber bekannt, wie sich diese Veränderungen auf die Verfügbarkeit organischer Nährstoffe auswirken – jener Moleküle, die Tiere zum Überleben benötigen.
Fische können, wie viele andere Tiere auch, essenzielle organische Nährstoffe wie Omega-3-Fettsäuren nur in begrenzten Mengen selbst produzieren und müssen diese daher über ihre Nahrung aufnehmen. Diese Nährstoffe werden in erster Linie von Algen oder Bakterien produziert. Fische können sie entweder direkt durch den Verzehr von Algen aufnehmen, oder über Beutetiere, welche sich wiederum von Algen ernähren.